Fan-Offensive 2.0 – Teil II Feb23

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Fan-Offensive 2.0 – Teil II

Fan_Offensive-TSG

Gestern gab es nicht nur die Fortsetzung der TSG Fan-Offensive 2.0, sondern auch Antworten auf die Fragen der 1. Runde aus 1. Hand:

Der „neue“ Geschäftsführer der TSG Hoffenheim, Dr. Peter Görlich, folgte der Einladung des Fanverbands, sich bei diesem Folgetreffen des im Januar angestoßenen Prozesses nicht nur persönlich vorzustellen, sondern auch den zahlreichen Fragen der rund 150 Anwesenden zu stellen.

Zuvor aber präsentierte die Vorsitzende Stephanie Krotz die Ergebnisse der Besprechungen mit der TSG zu anderen, für die Fans wesentlichen Themen. Von besonderem Interesse dabei war natürlich die Einhaltung der „Kleiderordnung“ für die Südkurve:

„Kein Zutritt in Gästefankleidung“

Generell wurde festgestellt, dass dies immer besser funktioniere, auch wenn noch nicht zur allervollsten Zufriedenheit. Jedoch ist dies ein Prozess, den man jetzt auch konsequent initiiert und kommuniziert habe und auch so konsequent es geht umsetzt. Dies ist natürlich im Winter mit all der Kleidung schwieriger als im Sommer, aber prinzipiell sei man da auf einem sehr guten Weg. Und sollte es doch einem Besucher in Gästefankleidung der Zutritt gelingen, so hat ja jeder Fans die Möglichkeit, sich an einen Ordner zu wenden und diesen zu bitten, diese Person aus dem Bereich zu entfernen.

Verkehrsführung:

Die Fans finden es katastrophal, dass bereits ab 13:30 Uhr die Zufahrt von der Neulandstraße zur Rhein-Neckar-Arena bei Heimspielen abgesperrt wird. Ebenso, dass Fans aus Sinsheim-Steinsfurt über Autobahn zum Stadion fahren müssen bzw. dass es nach Spielende nicht möglich ist, die Fast-Food-Kette „McDonalds“ direkt mit dem Auto zu erreichen, sondern nur per Anfahrt über die Autobahn, Abfahrt Sinsheim-Steinsfurt. Auch der Unterstand am Bus-Parkplatz wäre „ein Witz“, weil eben viel zu klein für die Mengen an Menschen.

Auf diese Punkte hat die TSG allerdings keinen Einfluss. Fanbeauftragter Michael Pisot erklärte, dass die Verkehrsführung eine Angelegenheit der Polizei ist, weshalb der zuständige Sachbearbeiter zu einem Treffen eingeladen werden sollte, um das Verkehrskonzept rund um die Rhein-Neckar-Arena bei Heimspielen den Fans zu erläutern. Der Unterstand am Busparkplatz liegt ebenfalls außerhalb des Einflussbereiches der TSG, da dies städtisches Gelände ist.

Weitere Themen vom letzten Mal …

Des Weiteren wurde erneut an die Themen vom letzten Mal erinnert. Dazu zählte beispielsweise die koordinierte Anfahrt der einzelnen Fanbusse. Stephanie Krotz bat darum, sich in Zukunft, gerade jetzt auch beim anstehenden Spiel in Dortmund, bei der Anfahrt telefonisch kurzzuschließen, und gegebenenfalls aufeinander zu warten, um allein bei der Ankunft schon Geschlossenheit zu demonstrieren.

Geschlossenheit war auch ein Thema, was den Support in der Südkurve anging. Hier wurde von allen Seiten deutlich gemacht, dass sich seit dem letzten Treffen sich sehr viel verbessert habe. Besonders lobend wurde der neue Song erwähnt. (Text hier (PDF))

Fans für Fans

TSG-Fans

Dass in Hoffenheim Fans für Fans da sind, wurde an zwei weiteren Beispielen deutlich, die vor allem der Förderung des Integrativen Fanclubs dienten, so dass es auch ihnen öfter möglich ist, mit auf Auswärtsfahrten zu gehen.

So veranstaltete die Fangemeinschaft „11 hoch 3“ am 30. Januar ein Hallen-Fußballturnier, dessen Erlöse dem Zweck zugute kamen, und aktuell bittet Torro hierfür um Füllung seiner Spendendosen, die er im Fankiosk, im Fanhaus sowie auch am Fancontainer aufgestellt hat.

Fan-Offensive_TSG

Dr. Görlich

Dann war 19.30 Uhr und begleitet von Mike Diehl kam dann Dr. Görlich, der nach kurzer Vorstellung seiner Person (aus Zuzenhausen, Sportwissenschaftler, selbst ehemaliger Kicker, besitzt eine A-Lizenz) zu allen Fragen Stellung bezog, ganz gleich, ob es um Gerüchte über die TSG („Nein. Heldt ist und war nie Thema bei uns!“), Transferkonzepte der TSG („Spielerkauf mit sofortiger Ausleihe mag für Außenstehende seltsam erscheinen, aber ist in der Branche üblich. Die TSG macht das zwar, aber im Vergleich zu anderen Vereinen, die das mit Hunderten Spieler machen, in einem sehr überschaubaren Maße.“) oder die TSG und ihre Maßnahmen und Veranstaltungen selbst ging.

TSG-Offensive_Fans

In den rund zwei Stunden ging es dabei im Wesentlichen um folgende Punkte:

„Family Day“

Hier beginnen gerade die Vorbereitungen und er war sehr dankbar für den Hinweis bzgl. der Preisgestaltung. Da müsse man natürlich auf eine gewisse Verträglichkeit achten. „Schließlich heißt es ja Family-Day.“

Marketing

Hier geht es ihm in Zukunft darum, die Regionalität zu stärken. Statt Aktivitäten in Richtung Mannheim zu intensivieren („Das können wir uns sparen. Das wäre vergebliche Liebesmüh’“) seien Bereiche wir der nördliche Kraichgau und das Hohenlohische sinnvoller.

Man dürfe ja nie das Einzugsgebiet der TSG vergessen oder die Zusammensetzung der Fans. So lebe der Businessbereich auch von regionalen Handwerkern, die sich das Sponsoring auch vom Mund absparen müssen.

TSG_Fan-Offensive

Merchandising

Dies war auch diesmal ein großer Punkt, da die Designs des italienischen Ausrüsters den „großen Charakteren“ nicht passt und es einen großen Unterschied in der Vorstellung zu geben scheint zwischen einem italienischen und einem kurpfälzischen XL gibt.

Er machte darauf aufmerksam, dass auch andere Ausrüster nicht jede Größe liefern würden, aber man sei in dem Punkt in sehr intensiven Gesprächen mit Lotto. Gerade die Zeugwarte Christian und Heinz Seifert würden sich hierbei sehr für die Belange der Fans einsetzen.

Auch dass gerade für Kinder nicht möglich ist, ein komplettes Set aus Trikot, Hose und Stutzen zu erwerben, sei bekannt und man arbeite daran, dass dies besser wird.

Er hat auch großes Verständnis für die Idee der Fans, eine eigene Fanlinie zu entwickeln, was aber aufgrund von Verträgen sowie der Verschiedenheit der Geschmäcker sehr schwierig ist, da die TSG keine Kleinstproduktionen in Auftrag geben kann.

Zudem wies er darauf hin, dass der Absatz beispielsweise von Trikots durchaus vergleichbar sei mit dem des als Traditionsklubs 1. FCK. Auch hier sei nicht alles so schlecht, wie wir es hier selbst manchmal sähen.

Verabschiedung ehemaliger Spieler

Dennoch gab es weitere Bereiche, in denen Dr. Görlich Besserung versprach: Dazu zählte die Verabschiedung von altgedienten Spielern, die sehr viel für die TSG getan hätten, allen voran Salihovic. („Der hat die zwei Dinger in Dortmund reingeknallt. Nicht der Gisdol oder sonst wer. Er war es, der die Nerven behalten hat.“) Hier werde man in Gespräche treten, um herauszufinden, was sich da machen ließe.

Trainingslager

Auch werde man schauen, dass man in Zukunft Trainingslager in Gegenden machen werde, die auch erreichbar seien. Ohne einen Ort zu nennen, sagte er, sei man dabei, hierfür Orte in Österreich und der Schweiz fürs Sommertrainingslager zu prüfen. Ein genaues Datum könne er natürlich auch nicht nennen, weil dies natürlich vom weiteren Verlauf der Saison abhänge, aber er sei sehr zuversichtlich, dass die TSG sich in der 1. Liga halten wird.

Fannähe der Spieler

Fan-Offensive

Zu dem immer wiederkehrenden großen Kritikpunkt der Fans konnte er persönlich nichts sagen, aber er hörte sich die einzelnen Punkte sehr genau an, die er im Einzelnen nachvollziehbar fand. So wurde von den Fans kritisiert, dass es bei den Spielern zum Teil an kleinen Freundlichkeiten bzw. Selbstverständlichkeiten fehle, dass sie nicht grüßen oder winken oder gerade in den Ferienzeiten, wenn viele Kinder beim Training sind, nicht zu ihnen gehen. Auch nach einem Spiel kämen sie nicht wirklich an oder gar auf den Zaun.

Nachwuchs der TSG

Der Forderung einiger Fans, die Erfolge der Jugendmannschaften auch medial stärker hervorzuheben, erteilte er indes eine klare Absage, da man nicht noch mehr Aufmerksamkeit auf die jungen Talente ziehen will. Bereits heute schon würden alle großen Vereine wie Bayern München, VfL Wolfsburg und natürlich auch RB Leipzig bei den jungen Spielern vorstellig, was ja auch kein Wunder ist, da die TSG aktuell der Verein ist, der die meisten Spieler in den Jugend-Nationalmannschaften stellt. Das zeigt nicht nur dass, sondern auch wie gut das Konzept der Akademie bei der Ausbildung von Nachwuchsspielern wie auch -trainern (Die Rede war unter anderem von einem gewissen Julian Nagelsmann. J ) funktioniert.

Auch ist der Aufstieg der U23 in die 3. Liga kein Ziel der TSG. Das habe viele Gründe. So müsste das Dietmar-Hopp-Stadion ausgebaut werden, die zeitliche Belastung der Spieler wäre eine höhere und sie hätten womöglich weniger Erfolgserlebnisse. Das seien alles Faktoren, die man berücksichtigen müsse, zumal die TSG den jüngsten Kader der Regionalliga hat.

Nach all diesen und weiteren (Kritik-)Punkten gab der Fanverband dem Geschäftsführer die Möglichkeit zur „Revanche“ und fragte ihn:

Was erwartet die TSG von Ihren Fans?

„Emotionalität.“

Das war’s. (wobei er ausdrücklich und sehr lobend die Choreo vor dem Darmstadt-Spiel und auch den Support bei der Heimpremiere von Nagelsmann hervorgehoben hat.)

Das Ende einer gelungenen Veranstaltung, für die sich der Dachverband bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Kommen und aktives Mitwirken nur bedanken kann.

Zum Schluss noch mal der Verweis auf die Vollversammlung am 4. März. Die Einladung an die angeschlossenen Fanclubs ging fristgerecht raus.

Die Fanclubs und Einzelpersonen, die nach den beiden Veranstaltungen ebenfalls Lust bekommen haben, sich aktiv in die Fanarbeit beim Fanverband einzubringen, sind herzlich eingeladen, genau dies zu tun und (Förder-)Mitglied zu werden. Schickt uns doch bitte einfach eine E-Mail . Danke.

Nur die TSG!