Zweierlei Maß Feb15

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Zweierlei Maß

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Fußball muss bezahlbar sein – und fair bleiben

Am vergangenen Pokalabend hat die Gruppe „Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein“ beim Spiel des BVB beim VfB wieder durch eine Aktion auf sich aufmerksam gemacht. Sie warfen „Tennisbälle“ aufs Spielfeld und garnierten das Ganze mit dem Spruchband „Wann sieht man’s auch in Stuttgart ein – Fußball muss bezahlbar sein.“

Die Reaktion in den Medien auf diese Aktion war geteilt. Da hatte ihr Aufruf, das Hinspiel des BVB bei der TSG zu boykottieren schon mehr Erfolg.

Letzten August stellte diese Gruppe die TSG an den Pranger – wegen überhöhter Eintritsspreise. Sie hatte sich darüber beschwert, dass der billigste Sitzplatz in Sinsheim bei dem Spiel knapp 60 Euro gekostet hätte. Dabei rechnete man aber freimütig den 10% Aufschlag, den der BVB erhob, sowie Portokosten hinzu, erwähnte aber nicht, dass der billigste Stehplatz selbst inkl. dem Top-Zuschlag der TSG 18 Euro gekostet hätte. (Ohne Top-Zuschlag sind es 12 €.)

Konsequenz: Die Gruppe rief zum Boykott auf und sah den Nichtverkauf von 800 Tickets als Erfolg ihres Aufrufs an – wohlgemerkt, an einem Mittwoch Abend.

Jetzt findet in rund zwei Wochen das Rückspiel statt und von uns gehen 700 Tickets zurück. Ganz ohne getarnten Boykott-Aufruf. Und das kann sehr wohl auch was mit den Ticketpreisen zu tun haben, die der BVB aufruft:

Stehplatz: 17,80 € (inkl. 1 €-Zuschlag seitens der TSG (beim BVB hätte es 1,67 € gekostet.))

Sitzplatz: 45,90 € (inkl. 1 €-Zuschlag seitens der TSG (beim BVB hätte es 4,49 € gekostet.))

Rechnet man jetzt noch das Porto dazu (ohne Express-Zuschlag), was man ja nach der Logik der Gruppe „Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein“ tun kann, sind wir ebenfalls bei über 50 € für einen bescheidenen Sitzplatz bzw. bei einem Stehplatz weit über 20 € – und das müsste eigentlich die Gruppe „„Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein“ auf die Barrikaden treiben. Tut es aber nicht.

Zweierlei Maß.

Schade eigentlich, denn das Anliegen der Gruppe „Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein“ ist ja an sich sehr zu begrüßen. Aber dabei sollte sie aber auch die Preispolitik des eigenen Vereins ebenfalls kritisch unter die Lupe nehmen.

Wie wir erfuhren, haben sich bereits Mitglieder von Fanclubs in dieser Sache bereits an die Geschäftsstelle des BVB sowie an Fachredaktionen gewandt. Bislang – keine Antwort in der Sache, außer „an die zuständige Stelle weitergeleitet“. Das wollen wir mal so glauben … 🙂

Schließlich fordern wir nichts anderes, als dass der Fußball bezahlbar bleibt – und fair!